Im Jahr 1940 ist Strawinsky in die katholische Kirche übergetreten. Ab 1948 realisiert er regelmässig Glasfenster, Mosaiken und auch Wandmalereien, die ihm ein regelmässiges Einkommen sichern. Zusammen mit Rouault, Bonnard, Léger, Lurçat, Braque, Matisse oder Chagall hat er wesentlichen Anteil bei der künstlerischen Erneuerung eines der grossen religiösen Bauwerke : Dekor der Kirche Notre-Dame-de-Toute-Grâce auf dem plateau d'Assy, in Hochsavoyen. Weitere wichtige Werke befinden sich in Yverdon (Saint-Pierre), in Gennep, Holland (St. Martin) und vor allem in der Kirche Christ-Roi in Fribourg, die 1971 eingeweiht wurde. Vom Glasermeister gebeten, entwickelt er grosse Meisterschaft in der Technik "Dalle de verre" : farbige Glasplatten werden in Beton eingesetzt. Aus ästhetischer und religiöser Sicht versteht und verteidigt er die Kunst als dekoratives und figürliches Element "die beiden Stützen religiöser Kunst", wie er sich 1956 in Nova et Vetera ausdrückt.

Philippe Kaenel

 

LISTE DES MONUMENTALEN WERKES (pdf)

 

 

Im Jahr 1947 erlebte ich zum ersten Mal die Herausforderung eine Wand zu dekorieren : zwei Mosaiken für die Kirche in Assy wurden mir in Auftrag gegeben.

Als Maler der Staffelei, der ich damals war (und dies auch heute noch bin) war dies der Beginn einer zweiten Kunsttechnik. Dies verlangt vom Maler ein Eingehen auf die architektonischen Gegebenheiten, die er nicht ausser Acht lassen darf. Er muss im Gegenteil versuchen, Malerei und Architektur in Einklang zu bringen. Dies gilt allerdings für alle Techniken, ob Malerei im engeren Sinn, ob Mosaik, Wandbehang, Glasmalerei oder "Dalle de verre".

Théodore Strawinsky (in Lo Strona N. 2, 1980)