Mit Ausnahme einiger Werke religiösen oder mythologischen Inhalts legt Strawinsky den Schwerpunkt seiner Malerei (Staffelei) auf Personen, Stillleben und Landschaften. Seit den Zwanziger Jahren und bis in die Vierziger Jahre zeigt sich der Einfluss von André Derain und Picasso vor allem in den Portraits mit der ästhetischen "Neuen Objektivität". Man bemüht sich, das seelisch-persönliche des Modells zu erfassen. Die Ernsthaftigkeit, ja man möchte sagen die Melancholie in der Arbeit wirkt wie ein Echo auf die vergangenen Krisenjahre und den anschliessenden Krieg. Die düsteren Landschaften der 40iger Jahre sind geprägt von diesen Erfahrungen : Gewitterstimmungen, oft ohne Menschen, beunruhigend beinahe. Sie sind oft Audsdruck von Wunschdenken : jene historischen französischen Landschaften des Meisters Nicolas Poussin etwa. Dieselbe Bildhaftigkeit zeichnet auch die Stillleben aus, die nicht nur von der erworbenen Fachkenntnis des Malers zeugen, sondern ihm auch dazu dienen Ende des Krieges die vorher gültigen ästhetischen Darstellungen zu hinterfragen. Strawinsky vollzieht also eine Umkehr zurück zur geometrischen Form und wendet sich vor allem der Pastell- Gouache- und Aquarellmalerei zu.

Philippe Kaenel

Der Kubismus hat mir wichtige Anstösse gegeben, ebenso der Klassizismus. Sie haben mich beeinflusst, doch war ich nie versucht, ihnen nachzueifern. Deren Theorien sind nützlich um zu begründen und zu erklären, jedoch nicht für das eigene Schaffen. Es sind die Resultate die überzeugen. Ich nehme auf was schon lange in mir gewachsen ist. Die Zusammenhänge und die Wertschätzung des Künstlers mit der Wandmalerei vergangener Epochen sind unentbehrliche Grundlagen und garantieren Kontinuität im Schaffen.

Théodore Strawinsky (im Gespräch mit Nicolette Frank, "Rencontré le peintre Théodore Strawinsky, fils d'Igor", in La Libre Belgique, 1977 und Gérard Mauborgne, "Théodore Strawinsky à la Galerie des Remparts", in Le Maine Libre, 1984)